Facialisparese

„Ich bin aufgewacht und mein Mund war schief.“

„Als ich in den Spiegel blickte, wusste ich, da ist etwas anders. Mein Auge und mein Mundwinkel hing seltsam nach unten und ich hatte ein taubes Gefühl in der linken Gesichtshälfte.“

I. Was ist eine Facialisparese?

Das Gehirn wird von zwölf verschiedenen Hirnnerven angesteuert. Diese versorgen unsere Motorik (Bewegung) und Sensorik (Empfindung, Geschmack). Der siebte Hirnnerv heißt Nervus facialis und ist vor allem für die Versorgung der mimischen Muskulatur zuständig. Bei einer Lähmung (Parese) des Nervus facialis kommt es zu Funktionsausfällen der mimischen Muskulatur. Diese sind meist einseitig.

II. Welche Symptome können auftreten?

  • hängender Mundwinkel
  • erschwerte Aussprache, insbesondere der Lippenlaute (z.B. sch, u, o)
  • fehlender Mundschluss
  • Speichelaustritt oder Nahrungsaustritt beim Essen und Trinken
  • eingeschränkte Spürempfindung an den Lippen/im Mundraum
  • Abweichen des Unterkiefers beim Öffnen
  • aufgehobener Lidschluss
  • trockenes Gefühl des betroffenen Auges

Die Kaumuskulatur bleibt unbeeinträchtigt. Sie wird von einem anderen Hirnnerven (Nervus Trigeminus) versorgt.

III. Was sind die Schädigungsorte und Ursachen einer Facialisparese?

Es wird je nach Schädigungsort und Ursache unterschieden. So gibt es zentrale Paresen. Der Störungsort liegt hier zentral, das heißt im Gehirn selbst. Ursachen für eine zentrale Facialisparese sind beispielsweise Schlaganfälle (Hirninfarkte oder Blutungen). Auch Tumoren des Gehirns oder entzündliche Erkrankungen des Gehirns wie die Multiple Sklerose oder ALS können eine solche Lähmung hervorrufen.
Bei der peripheren Parese ist nur ein Teilstück des Nervens betroffen.

Bei fast 75% der Facialisparesen ist die Ursache unbekannt.
In etwa 25% der Fälle liegen der Facialisparese bekannte Ursachen zu Grunde. Hierzu zählen: Infektionen, Verletzungen, Tumore, Autoimmunerkrankungen oder angeborene Fehlbildungen.
In allen Fällen ist eine frühzeitige Intervention und Beratung sinnvoll. Durch gezielte Übungen kann die Rückbildung unterstützt und mögliche Fehlkompensationen vermieden/abgebaut werden.

IV. Welche Therapiekonzepte wenden wir an?

Wir arbeiten nach dem PNF Konzept (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) nach Kabat. Es handelt sich dabei um eine neurophysiologische Therapiemethode, um Bewegungsmuster zu aktivieren.
Auch nutzen wir Techniken aus der Orofacialen Regulationstherapie (ORT) nach Dr. Castillo Morales/ Dr. Juan J. Brondo.

V. Literatur:

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Fazialislähmung