Kommunikation bei Demenz

„Meine Mutter muss seit einiger Zeit Wörter oft umschreiben, weil ihr die eigentlichen Begriffe nicht mehr schnell genug einfallen. Darüber ist sie sehr frustriert. Auch für mich ist unsere Kommunikation dadurch schwieriger geworden, weil das Gespräch häufig ins Stocken gerät.“

I. Was versteht man unter Sprachabbau bei Demenz?

Anders als bei einem Schlaganfall, bei dem sich die sprachliche Symptomatik in der Regel verbessert, gehört eine zunehmende Verschlechterung der sprachlichen und kommunikativen Leistungsfähigkeit zum Erscheinungsbild einer Demenz.

Es können in folgenden Teilbereichen Schwierigkeiten auftreten:

  • Schwierigkeiten, Wörter schnell aus dem Gedächtnis abzurufen
  • Störungen der Wortbedeutungen (semantische Störungen)
  • Störungen bei übertragenen Bedeutungen (z.B. Sprichwörtern)
  • Verarmung des Wortschatzes
  • Einschränkung des Textverstehens und der Textproduktion (Bücher, Zeitschriften u.ä. werden gemieden)
  • Verlust der Gesprächsführungskompetenz (Aufmerksamkeit und geistige Flexibilität nehmen ab)

II. Verbreitung

Der Begriff „Demenz“ fasst eine uneinheitliche Gruppe von Störungen zusammen. Diese sind auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen. Als häufigste Demenzform (mehr als 50%) gilt die Alzheimer-Demenz. Zweithäufigste Form ist die vaskuläre (gefäßbedingte) Demenz.

III. Welche Therapiekonzepte wenden wir an?

Die Therapie richtet sich nach dem Stadium/dem Schweregrad der Erkrankung. Therapie muss immer individuell erfolgen. In der frühen Phase kann es durchaus sinnvoll sein, wortstrukturierende Verfahren zu trainieren, um den beginnenden Abbau zu verlangsamen. Auch der Einsatz von Kompensationsstrategien wird hier begonnen. Generell geht es um das Prinzip: Stärken fördern, Schwächen umgehen.
Eine gemeinsame Sammlung von Lebensthemen und Erinnerungen wird begonnen, um zu einem späteren Zeitpunkt geeignete Redeanlässe bieten zu können. Der wichtigste Aspekt für eine gelingende Kommunikation in allen Phasen stellt nachgewiesener Maßen die Angehörigenberatung dar. Speziell das Kommunikationstraining bei Demenz (TANDEM) wurde dazu hinreichend erforscht.

V. Literatur:

Haberstroh/ Pantel; Kommunikation bei Demenz; TANDEM Trainingsmanual; Springer