Sprechapraxie

„Seit dem Schlaganfall hat mein Vater sehr große Schwierigkeiten mit dem Sprechen. Er kann nur mühsam seine Zunge kontrollieren.“

„Wenn ich sprechen möchte, sucht mein Mund nach den richtigen Bewegungen. Er weiß nicht mehr, wie er die Laute formen kann.“

I. Was ist eine Sprechapraxie?

Eine Sprechapraxie ist eine zentral bedingte Sprechstörung nach abgeschlossenem Spracherwerb. Es liegt eine Störung der Ausführung willkürlicher, zielgerichteter und geordneter Bewegungen vor, obwohl die motorischen Funktionen intakt sind. Das heißt die Artikulationsorgane könnten sich bewegen (es liegt keine Lähmung vor), sie wissen aber nicht wie. Das Programmieren der des Sprechens ist gestört.
Interessanterweise können unwillkürliche Bewegungen hingegen koordiniert ausgeführt werden. Neben der Sprache können auch die Mimik (bukkofaziale Appraxie), und/oder die Gestik (Gliedmaßenappraxie) betroffen sein. Selbst einfache Bewegungen können dann nicht zuverlässig imitiert werden. Das Störungsbewusstsein ist häufig groß. Die Betroffenen zeigen ein Suchverhalten und versuchen eine Korrektur.

II. Was sind die Ursachen einer Apraxie?

In der Regel tritt eine Apraxie nur bei einer Hirnläsion in der sprachdominanten Hemisphäre auf (bei 95% der Rechtshänder und 70% der Linkshänder ist dies jeweils die linke Gehirnhälfte). Häufigste Ursache bei Erwachsenen ist ein Schlaganfall. Andere wichtige Ursachen können aber auch Hirntumore, Demenz, Multiple Sklerose, Enzephalitis oder Alkoholismus sein.

III. Welche Therapiekonzepte wenden wir an?

Wir arbeiten nach dem Konzept von B. Birner-Janusch (TAKTKIN©) und dem Konzept von
U. Becker-Redding. Auch werden segmentale und wortstrukturelle Ansätze angewandt. Klassische, phonetische Bildungshilfen werden eingesetzt.

IV. Literatur:

N. Lauer/B. Birner-Janusch, Sprechapraxie im Kindes- und Erwachsenenalter, Thieme Verlag.
HRSG: J. Siegmüller/ H. Bartels; Leitfaden Sprache, Sprechen, Stimme, Schlucken; Elsevier/ Urban und Fischer.