Mutismus

"Mein Kind spricht gar nichts wenn Fremde dabei sind. Das treibt mich manchmal an den Rand der Verzweiflung."

I. Was ist Mutismus?

Die Symptomatik besteht im Wesentlichen darin, dass Sprach- und Sprechfähigkeit sowie Intelligenz weitgehend normal sind, die Kinder aber nur in einem engen Kreis von vertrauten Personen, meistens innerhalb der Familie sprechen. Außerhalb dieses Kreises aber, verweigern mutistische Personen die sprachliche Kommunikation; manchmal werden Geschwister/Freunde als „Sprachrohr“ eingesetzt. Das Schweigen kann nicht nur schwerwiegende Beziehungsprobleme verursachen, sondern auch die schulische und berufliche, überhaupt die ganze persönliche Entwicklung gefährden. Im Unterschied zu vielen anderen kindlichen psychischen Störungen ist Mutismus bei Mädchen häufiger als bei Jungen. Meistens besteht eine zusätzliche Angststörung, die ebenfalls behandlungsbedürftig ist.
Grundsätzlich muss zwischen „totalem Mutismus“ und „elektivem Mutismus“ (teilweisem Mutismus) unterschieden werden. Der totale Mutismus tritt vor allem bei hirnorganischen Störungen und Psychosen (z. B. Schizophrenie) auf, der elektive Mutismus ist in erster Linie eine psychische Störung im Kindes- und Jugendalter. Ähnlich wie beim ADHS gibt es jedoch auch Mutismus im Erwachsenenalter. Mutistische Züge können auch als Bestandteil verschiedener anderer, organischer oder psychiatrischer Erkrankungen auftreten.
Von Mutismus als eigener Diagnose spricht man dann, wenn die mutistische Symptomatik ganz im Vordergrund steht.

II. Welche Therapiekonzepte gibt es?

Es gibt eine Vielzahl von Therapieansätzen von verschiedensten Fachrichtungen. Wir arbeiten nach SYMUT von B. Hartmann

III. Literatur:

Hartmann B., Gesichter des Schweigens, Die Systemische Mutismus-Therapie/SYMUT als Therapiealternative, Schulz-Kirchner-Verlag GmbH, Idstein 2006
Selektiver Mutismus bei Kindern, Nizza Katz-Bernstein, Reinhardt Verlag