Rhinophonie - Näseln
„Wenn unsere Lea spricht, hört sich das irgendwie immer so an als ob sie verschnupft wäre.“
I. Was ist eine Rhinophonie?
Bei einer Rhinophonie ist der Stimmklang verändert; das Sprechen klingt näselnd. Es wird zwischen offenem Näseln (beim Sprechen entweicht zu viel Luft durch die Nase, da das Gaumensegel nicht vollständig abdichtet), geschlossenem Näseln ("Stockschnupfensprache": Es entweicht keine Luft durch die Nase) und gemischten Formen unterschieden.
II. Was sind die Ursachen einer Rhinophonie?
Näseln kann organisch (z.B. bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten oder bei Lähmungen des Gaumensegels) oder funktionell bedingt sein kann (z.B. falsche Sprechgewohnheit). Dabei kann der Nasen- und Mundraum nicht in gesundem Maß voneinander abgedichtet werden. Zu einer gemischten Form kann es z.B. bei Verstopfung der Nase zusammen mit einer Störung des Gaumenabschlusses kommen.
III. Therapie des Näselns
Zunächst ist dafür Sorge zu tragen, dass die anatomischen Verhältnisse soweit korrigiert werden, dass theoretisch ein gesunder Klang möglich ist (Verschlussoperation bei einer Gaumen- oder Kiefer-Gaumenspalte, Entfernung von Tumoren, Wucherungen z.B. der Gaumenmandeln, Begradigung der Nasenscheidewand usw.). Die anschließende logopädische Therapie bezieht die folgenden Bereiche mit ein: Bewusstmachung der Luftwege und der Atemführung insbesondere auch der Nasenatmung, die Aktivierung der Muskulatur von Gaumen, Schlund und Kehlkopf unter Einbeziehung der grobmotorischen Muskeln, Mobilisierung der vorderen Sprechmuskeln wie Lippen und Zunge, Training der Sprechatmung, Schulung von Hören und Stimmführung, (falls erforderlich) Hilfen beim Lauterwerb und bei der Lautkorrektur sowie Sprech- und Sprachschulung.



