Sprachentwicklungsstörungen
„Mein Kind ist schon 3 Jahre alt und spricht nur einzelne Wörter.“
I. Was ist eine Sprachentwicklungsstörung?
Eine Sprachentwicklungsstörung zeigt sich häufig schon frühzeitig an der Größe des Wortschatzes. So sollte ein zweijähriges Kind mindestens ca. 50 Wörter und erste Zweiwortverbindungen äußern können. Ist dies nicht der Fall, gehört das Kind zur Risikogruppe der Kinder, die eine Sprachentwicklungsstörung ausbilden können. Diese Kinder werden dann als „late talker“ (=späte Sprecher) bezeichnet. Dies sind ca. 15 % aller Kinder. Häufig erleben diese Kinder auch eine Stagnation in der Sprachentwicklung. Im Zusammenhang mit einem reduzierten Wortschatz kommt es auch oft zu Störungen im Sprachverstehen. Zum Sprachverstehen gehören viele einzelne Schritte von der Wahrnehmung und korrekten Identifizierung der Laute, dem Erkennen der Wörter und Sätze bis zur Erschließung dessen, was als Botschaft gemeint ist. Häufig entsteht ein Ungleichgewicht zwischen den einzelnen Bereichen der Sprache wie Sprachverstehen, Artikulation (=> Artikulationsstörung), Semantik/Lexikon (=> Semantische Störung), Grammatik (=> Grammatikalische Störung) und Kommunikation. Wird die Sprachentwicklungsstörung nicht durch Hörstörungen oder eine geistige Behinderung verursacht, spricht man von einer „spezifischen Sprachentwicklungsstörung“.
II. Was sind mögliche Ursachen?
Oft ist es nicht möglich, eine genaue Ursache für eine sprachliche Verzögerung zu finden. Es wird daher von Risikofaktoren gesprochen. Diese können Veranlagung, organische Ursachen wie Hörstörungen, neurologische oder kognitive Störungen sein. Eine Sprachentwicklungsstörung kann auch aufgrund von psychischen oder sozio-kulturellen Ursachen auftreten. Dazu gehören z.B. familiäre Belastungen und übermäßiger Medienkonsum.
III. Nach welchen Konzepten arbeiten wir?
Wir arbeiten nach dem patholinguistischen Ansatz von J. Siegmüller und C. Kauschke, dem Konzept nach B. Zollinger, sowie nach dem Ansatz von Z. Penner.



